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Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: seine Entstehung. Kein einzelner Züchter oder eine Züchtergruppe hat den Boerboel quasi als „eigenes Werk“ erschaffen. Es handelt sich um eine jahrhundertealte Rasse, entstanden aus Vorfahren, deren Physiognomie und Charakteristika heute ausgestorben und vergessen sind. Niemand kann diesen Stammbaum rekonstruieren und viele Versuche, dies zu tun, erwiesen sich bereits als Sackgasse.
Der Boerboel-Experte Johan Swart berichtet in seinem Buch „The Breed Identity oft the Boerboel“ über die Ergebnisse seiner zehnjährigen Nachforschungsarbeit. Auf unserem Boerboel-Blog blättern wir heute in diesem Standard-Werk, um den Boerboel auf neue Art kennenzulernen. Dabei geht es nicht nur um seine außergewöhnliche Entstehungsgeschichte, sondern auch um die prägnante Physiognomie und den starken Charakter.
Wie ist der Boerboel wirklich entstanden?
Sehr verkürzt lässt sich behaupten, dass niederländische Siedler in Südafrika diese wachsame und loyale Rasse züchteten, um ihre Farmen in vertrauenswürdige Pfoten zu geben. Aber laut Johan Swart wurden die Ahnen des heutigen Boerboels schon vor den Niederländern vor Ort „ausgesät“, von anderen europäischen Entdeckern – und das bereits 400 Jahre, bevor eine erste registrierte Züchtergesellschaft überhaupt nur zuckte. Alle anderen Theorien, die über die Evolution des muskulösen Südafrikaners kursieren, erwiesen sich im Rahmen von Swarts Recherchen als fiktive Mythen.
Weder ist der Boerboel verwandt mit dem modernen Perro de Presa Canario (oder auch Dogo Canario / Kanarischer Hund) noch mit anderen heute bekannten Mastiffs. Den echten Ausgangsbestand bezeichnet der Autor als „ausgestorben“ – und offensichtlich verwendete auch niemand den Boerboel zur Wiederbelebung der heutigen kanarischen Hunderassen.
Diese Fakten allein machen den Bauernhund schon einzigartig. Aber auch sein Aussehen, so sehr es auch an andere Mastiff-Typen erinnert, lässt ihn bei genauer Betrachtung als markantes Unikum dastehen.
Übrigens: Mehr über den Boerboel-Körper erfahren Sie in unserem Blog.
Die Rassebeschreibung: Was macht einen echten Boerboel aus?
Um eine Hunderasse von anderen abgrenzen zu können, braucht es eine genaue Rassebeschreibung. Der United Kennel Club (UKC) fasst die Merkmale des Boerboels im einleitenden Absatz folgendermaßen zusammen:
„Der Boerboel ist ein mittelgroßer bis großer Hund mit einem kräftigen Knochenbau und einer gut entwickelten Muskulatur. Der Boerboel hat ein beeindruckendes Auftreten, das durch eine Kombination aus Körperbau, Haltung, Selbstbewusstsein und kraftvollen, beschwingten und ungehinderten Bewegungen trotz seiner Größe entsteht. Der Boerboel ist ein gut proportionierter Hund, bei dem alle Körperteile im Verhältnis zueinanderstehen.“
Da alle Rassemerkmale zusammen den besonderen Körperbau eines Boerboels ausmachen, gehen wir die wichtigsten Charakteristika einzeln durch.
Körperliche Besonderheit Nr. 1: die Größe
Begriffe wie „mittelgroß“ und „groß“ sind in der Züchterterminologie keine Fantasiebegriffe. „Groß“ endet bei rund 70 Zentimetern und einem Gewicht von ungefähr 70 cm. Darüber fangen die „Riesenrassen“ an – und dazu zählt der Boerboel eben nicht, auch, wenn es manche behaupten. Seine eindrucksvolle Erscheinung setzt nicht darauf, dass er dem Menschen stehend direkt in die Augen schauen kann, sondern es sind die weiteren Merkmale, die jeden ungebetenen Gast erzittern lassen.
Körperliche Besonderheit Nr. 2: der Knochenbau
Sein kräftiger Knochenbau bildet die Basis für den imposanten Auftritt des Boerboels. Als wichtigen Zusatz lesen wir etwas von „kraftvollen, beschwingten und ungehinderten Bewegungen“. Wir haben also keinen unbeweglichen Klotz vor uns, mit Baumstämmen als Beine und einem Kriegsschiff als Rumpf. Dünne Zweiglein dürfen die Beine natürlich ebenfalls nicht sein, aber dafür geht die Rassebeschreibung im späteren Verlauf in die Details, die wir an dieser Stelle nicht extra aufzählen möchten.
Nehmen Sie mit uns die Vorderbeine und Hinterbeine einzeln ins Visier.
Körperliche Besonderheit Nr. 3: die Muskulatur
Ja, der Boerboel ist ein Muskelprotz – aber nicht im Stil eines Bodybuilders, sondern eher wie ein Gladiator. Stark und funktionell muss die Muskulatur sein, gut verteilt und passend zum Skelett. Zu kräftig ausgeprägte Muskeln können die Bewegung sogar behindern – bei einem echten Boerboel, der dem Zuchtstandard entspricht, ist das nicht der Fall. Besonderheit 2 und 3 zusammen ergeben eine ausgewogene Körperstruktur, ohne Effekthascherei, sondern mit definiertem Sinn und Zweck.
Körperliche Besonderheit Nr. 4: das Auftreten
Was steckt noch hinter dem Begriff „beeindruckendes Auftreten“ außer der Physiognomie? Auf keinen Fall bösartige Aggression, vielmehr ein gesundes Selbstbewusstsein, eine gerade Körperhaltung und ruhige, gezielte Bewegung. Dafür ist eine optimale Mischung aus den passenden körperlichen Merkmalen, dem vererbten Temperament und der professionellen Sozialisierung gefragt. Jeder Boerboel ist nun einmal ein Gesamtpaket aus Körper, Geist und Hundeseele – als Arbeitshund gemacht, um treu seine Aufgaben zu erfüllen.
Körperliche Besonderheit Nr.5: die Kopfstruktur
Das wahre Markenzeichen einer jeder Hunderasse ist der Kopf: Die meisten Tiere lassen sich sehr schnell anhand der Kopfstruktur einordnen, so auch der Boerboel. Er hat natürlich einen großen, breiten Kopf, doch immer im ausgewogenen Verhältnis zum sonstigen Körper, wenn er den Rassestandards entspricht. Allzu massive Köpfe widersprechen diesem Standard, sie sollen nichts als Eindruck schinden, sehen aber, um ehrlich zu sein, nicht wirklich gut aus und stören insgesamt die Balance.
So beschreibt der UKC den idealen Boerboel-Kopf als prägnantes Unterscheidungsmerkmal:
„Der Kopf ist groß, muskulös und würfelförmig. Wenn der Hund aufmerksam ist, wirkt die obere Fläche zwischen den Ohren flach.“
Interesse geweckt? Lesen Sie hier mehr über den Boerboel-Kopf.
Körperliche Besonderheit Nr. 6: die Ausgewogenheit
Kopf, Hals, Rumpf, Schwanz, Beine: Jeder Körperteil erhält in der Rassebeschreibung ihren eigenen Platz – und die Summe der Teile muss optimal zueinanderpassen. Kein überproportional riesiger Schädel, kein quadratischer Rumpf, keine zu langen oder zu kurzen Beine. Auch das ist wieder viel mehr als nur Optik, denn ein ausgewogener Körperbau ist förderlich für die Beweglichkeit und Gesundheit eines Tieres.
Körperliche Besonderheit Nr.7: der Geschlechtsdimorphismus
Wer ein einigermaßen geübtes Auge besitzt, kann beim Boerboel auf den ersten Blick Rüde und Hündin unterscheiden – ganz ohne auf die Geschlechtsteile zu schielen. Denn diese Rasse punktet laut Rassestandard mit einem deutlichen Geschlechtsdimorphismus, also einem markanten Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern. Boerboel-Rüden sind generell größer und schwerer als die Damen der Schöpfung – obwohl die Hündinnen auch nicht gerade zierlich erscheinen, aber doch im Detail eine andere Körperstruktur aufweisen. Auch im Temperament unterscheiden sie sich: Die eher anhänglichen und sanften Ladys bilden die perfekte Ergänzung zu den dominanteren Herren.
Charakter und Temperament: Was ist das Besondere am Boerboel?
Nicht nur die Verpackung zählt, der Inhalt ist ebenso wichtig – auch bezüglich der Abgrenzung zu anderen, teils ähnlichen Hunderassen. Was hat der Boerboel, was andere nicht haben? Wieder ist es eine Kombination verschiedener Eigenschaften, diesmal bezüglich des Charakters, und eben kein einzelnes herausragendes Merkmal.
Laut Rassestandard ist der Boerboel …
- Intelligent
- Trainierbar
- Führig und gehorsam
- Loyal
- Ruhig und standhaft
- Ausgeglichen und selbstbewusst
- Beschützend
Bei weitem nicht jede intelligente Rasse verfügt über einen derart hohen Schutzinstinkt und diese unumstößliche Loyalität. Wenn dann noch Ruhe und Standhaftigkeit dazukommen, scheiden schon wieder viele weitere Hunderassen aus diesem Raster aus. Alle Boerboel-Charaktereigenschaften gemeinsam ergeben wieder eines: die idealen Voraussetzungen für einen starken Beschützer, der Haus, Hof und Mensch nicht aus den Augen lässt.
Boerboels? Boerboelz!
Wer echte Boerboels will, der schaut bei Boerboelz rein: Als Züchter mit jahrzehntelanger Erfahrung dienen wir dieser wunderbaren Rasse ebenso wie den Menschen, die sich in den Boerboel verlieben. Gesund, stark und absolut ausgewogen: So sind die Welpen aus unserer Zucht. Richtige Boerboels eben, die keiner anderen Rasse nacheifern oder irgendwelchen modernen Trends folgen müssen. In der langen Geschichte dieses Hundes steckt so viel Weisheit und ordnende Kraft, dass wir diesen Schatz einfach bewahren möchten, um ihn von Generation zu Generation weiterzureichen.
Boerboel-Fan? Erfahren Sie durch eine Selbstauskunft, ob dieser Hund ein idealer Partner für Sie ist.
Wussten Sie schon?
Bei uns erhalten Sie auch das gesunde, nährstoffreiche Futter für Ihren Hund, ob es sich nun um einen Boerboel oder eine andere Rasse handelt. Denn in ihrem Appetit sind sie alle gleich – und Puro mundet jedem Vierbeiner. Und: Falls es bei Ihnen etwas zu Feiern gibt, sind wir ebenfalls gern zur Stelle und richten als Team von Finnegan Events ihre große oder kleine Party aus. Vielseitigkeit ist keine Hexerei, sondern bei uns Sachverstand und Herzenssache.


